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Zukunft hat
Vergangenheit Impressionen und
Hintergründe aus 100 Jahren Vereinsgeschichte Im November 1908 machte die Ortsschelle folgendes bekannt: Heute Abend um 800 Uhr
Versammlung bei Christian Eisel zwecks Gründung eines Gesangvereins. Auf
Initiative des Dorfschullehrers Wilhelm Scherf,
wurde der Verein unter dem Namen "Konkordia"
(Eintracht) gegründet. Die Sängerzahl betrug in dieser Zeit 42. Der Stolz der Sänger auf
ihren Verein zeigt sich auch in dem Wunsch, eine Fahne zu besitzen. Diese
Fahne wurde durch Spenden der Mitglieder finanziert in einer Zeit, in der das
Geld bestimmt knapp war. Die Fahnenweihe (Juli 1912)
war ein großes zweitägiges Fest auf Schulwiese mit einem Festzug und vielen
Besuchern aus den Nachbargemeinden. Übrigens hatte man damals zu
Belustigung noch keine Autoscooter u. Schießbuden -
die Knaben vergnügten sich mit Sackhüpfen u. die Mädchen mit Eierlaufen. Während des 1. Weltkriegs
ruhte das Vereinsleben. Einrückende Sangesbrüder wurden mit der Fahne nach
Westerburg zum Bahnhof geleitet u. verabschiedet. Weiterhin schickte der
Verein den im Felde stehenden Sangesbrüdern Liebesgabenpäckchen. Bereits im Winter 1919/20
wurde die Vereinstätigkeit mit altbewährten und neuen, auch jüngeren Sängern
wieder aufgenommen. Mit Erfolg nahm der MGV in
den Jahren 1925 und 26 an Wertungssingen in der A-Klasse des damaligen
Kreissängerbundes Westerburg teil. In dieser Zeit bildete sich
aus dem Kreis der jüngeren Sänger das erfolgreiche Doppelquartett
"Sangeslust". Dieses Quartett stand ebenfalls unter der Leitung von Herrn Scherf. und konnte auf
Wettstreiten hervorragende Ergebnisse erzielen. Durch den 2. Weltkrieg
erlosch die rege Vereinstätigkeit. Erst im Jahre 1947/48 wurde
die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen. Auf Anordnung der französischen
Militärregierung erfolgte eine Neugründung. Zum Chorleiter und 1.
Vorsitzenden wählte man Herr Nold, der als
Schulleiter nach Winnen versetzt worden war. In
Albert Nold hatte der Verein wieder einen Mann gefunde, der die Konkordia zu
neuem Glanz und Ansehen führte. Unter seiner Leitung nahm der Chor
erfolgreich an vielen Sängerwettstreiten und Kreisleistungssingen teil.
Weiterhin pflegte Hr. Nold die Geselligkeit im Dorf
durch Veranstaltung von Singspielen und Theaterabenden. Nach Wegzug der Familie Nold übernahm Herr Helmut Schmidt die musikalische
Führung des Chores. Viele Jahre arbeitete der gelernte Musiker - der aus den
Reihen der Konkordia hervorging - gründlich und
zielstrebig mit dem Chor. Unter seiner Leitung errang die Konkordia
zahlreiche Preise bei Wertungssingen und sonstigen Wettbewerben. Nach
Übernahme der Stadtkapelle Westerburg gab Herr Schmidt die
Dirigententätigkeit in Winnen leider auf. Als Nachfolger übernahm Herr
Paul Kießling, der als Lehrer im Ruhestand in Seck
wohnte, die Konkordia. Mit besonderem pädagogischen
Geschick und starker Musikalität machte er aus der Konkordia
wieder einen hervorragenden Klangkörper, der auch oft in der Kirche Gemünden
auftrat. Dann übernahm 1967 Aloisius
Schmidt aus Rennerod die musikalische Führung. Unter seiner Leitung und durch
seinen unermüdlichen Einsatz konnte die Leistung des Vereins weiter ausgebaut
werden. Im Juni 1968 feierte die Konkordia ihr
60-jähriges Bestehen. Das Vereinsjubiläum wurde zu einem Fest der ganzen
Dorfgemeinschaft. 1982 wurde der
Nachwuchsdirigenten Ludwig Schmidt aus Hellenhahn Chorleiter. Mit 41 aktiven
Sängern konnte der Chor sich nun auf sein bevorstehendes 75-jähriges Jubiläum
vorbereiten. Es wurde im Juni 1983 gefeiert als großes Sängerfest verbunden
mit einem Wertungs- und Freundschaftssingen, an dem ca. 1500 Sängerinnen und
Sänger aus Vereinen des gesamten Westerwaldes teilnahmen. In den folgenden Jahren nahm die
Konkordia regelmäßig an Wertungs- und
Freundschaftssingen teil. Auch fanden jährlich Frühjahrskonzerte mit
Nachbarvereinen statt, die sehr gut beim Publikum ankamen und zu einer festen
Einrichtung wurden. Im Herbst 1988 musste L.
Schmidt aus beruflichen Gründen die musikalische Leitung des Vereins
niederlegen. Als Nachfolger wurde der Konkordia
Edgar Ferger aus Stockum-Püschen
empfohlen, der soeben eine Chorleiterausbildung absolviert hatte und auf der
Suche nach einem Chor war. Er übernahm die Leitung der Konkordia
am 2. September 1988. Bereits beim ersten
gemeinsamen Auftritt auf einem Freundschaftssingen in Obershausen konnten wir
als bester Chor die Bühne verlassen. Ein Jahr später errang die Konkordia auf einem Wettstreit in Fischbach (Taunus) gegen
6 starke Chöre alle 1. Plätze und den Dirigentenpreis. Spätestens jetzt
wusste jeder Sänger, dass die Konkordia mit Herrn Ferger einen Glücksgriff getan hatten. Das gute Ergebnis von
Fischbach trug dazu bei, dass viele ehemaligen und auch
jugendlich Sänger sich entschlossen, wieder aktiv in den Reihen der Konkordia mitzumachen. Die Sängerzahl erhöhte sich auf 50
Personen. Dank des pädagogischen und musikalischen Geschicks unseres
Dirigenten und den gut besuchten Chorproben stellten sich in den folgenden Jahren
ausgezeichnete Erfolge bei Wertungssingen und sonstigen Anlässen ein. Aufgrund der guten Leistungen
des Chores entschloss man sich 1994 durch die Beteiligung am
Kreisleistungssingen den Weg zum Meisterchor zu beschreiten. Am 3. November 1996
konnte die Konkordia den begehrten Titel
"Meisterchor des Sängerbundes Rheinland-Pfalz" erringen. Auch im folgenden Jahr
wurden zahlreiche Freundschaftssingen und ein Wertungssingen in Dreikirchen
besucht, auf dem der Chor den 2. Platz erreichte. Das Jahr 1998 stand im
Zeichen des 90-jährigen Bestehens. An zwei Tagen im Mai feierte der Chor
seinen Geburtstag mit befreundeten Chören.
Am 7. November fand in der Stadthalle Westerburg ein Jubiläumskonzert
mit renomierten Gastchören statt. In den darauffolgenden Jahren wurden weiterhin rege
Freundschaftssingen und hin und wieder ein Wertungssingen besucht. 2001 gab der langjährige
1. Vorsitzende Manfred Wengenroth sein Amt ab an
Gerd Schmidt. 25 Jahre war Manfred Wengenroth
Vorsitzender des MGV Konkordia. Seine Verdienste um
den Chor wurden auf der Jahreshauptversammlung entsprechend gewürdigt. Ab dem Jahr 2002 fanden
die jährlichen Frühlingskonzerte in der Stiftskirche in Gemünden statt. Das
schöne Ambiente und die hervorragende Akkustik
trugen dazu bei, dass sich das Konzert sowohl bei den Gastchören als auch bei
den Zuhöreren sehr großer Beliebtheit erfreuten. Im Jahr 2002 gründete
sich aus den Reihen des MGV ein „Kleiner Chor“, der im wesentlichen
aus den jüngeren Sängern bestand. Er hatte sich auf die Fahne geschrieben,
modernere und internationale Chorwerke einzustudieren und vorzutragen. Dabei
erfolgten die Auftritte immer nur im Zusammenhang mit einem Auftritt des
gesamten Chores. Mit der Aufführung der peppigen Chorwerke konnte der „Kleine
Chor“ sehr viel Beifall gewinnen. Neben der ständigen
Beteiligung an Konzerten benachbarter Chöre nahm der MGV 2004 mit sehr gutem Erfolg am
Kreisleistungssingen teil. Dem Chor wird nach wie
vor bedingt durch die intensive Probenarbeit des Chorleiters Edgar Ferger bei allen Auftritten ein sehr ausgewogener
Chorklang und eine präzise und ansprechende Interpretation der Chorwerke
bescheinigt. Leider verlies uns im Jahre 2006 der langjährige Chorleiter Edgar
Ferger nach 18 Jahren. Dies wurde von den Sängern
sehr bedauert. Als neuen Chorleiter
konnten wir nach kurzer Zeit Andreas Risse verpflichten, der die Arbeit
sowohl mit dem gesamten alsauch mit dem „Kleinen
Chor“ weiterführt. In den letzten 3 Jahren
verminderte sich bedingt durch Alter
und gesundheitliche Gründe die Sängerzahl
auf heute 28 Sänger Zur
Zeit hat der Chor einen Altersdurchschnitt von 56 Jahren
und 10 Sänger unter 50 Jahren. Dieses Potential gibt
uns die Zuversicht, auch weiterhin die Fahne des MGV Konkordia
hoch zu halten. |
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